An der See.
dieſe Strafe auf ein Minimum zuſammen, ja beſchränkte ſich beinahe auf die Monate der Unterſuchungshaft, die ihm voll angerechnet wurden. Und nun war alles überwunden und er war frei, triumphirend, wenn man es ſo heißen will, über ſeine Feinde, umgeben und unterſtützt von einer Theilnahme, die deſto höher ſtieg und deſto wärmer wurde, je mehr es mit dem Magiſter bergab ging und je tiefer man dem un⸗ heimlichen Mann in die ſchmutzigen Karten ſchaute.
Nicht am wenigſten regte ſich dieſe Theilnahme grade unter denen, welche Detlef erſt neuerdings näher getreten waren, das war außer dem Oberförſter und dem Director Link, ſogar jener alte Freund Siemann's, der Oberamtmann Kruſe. Was ihm damals in der Erzählung von der Ver⸗ gangenheit der Pfarrfamilie unklar geblieben war, hatte er jetzt längſt verſtanden. Der Magiſter hatte es in Anſehung dieſer Verhältniſſe mit ihm genau ebenſo verſucht, wie er es in ſeinem ganzen Kreiſe zu halten gepflegt: er hatte die Wahrheit überall und auf das Keckſte zu ſeinen Gunſten entſtellt, in der Vorausſetzung, daß der oder die Zuhörer theils durch ſeine Perſönlichkeit allzuſehr beſtochen würden, theils dennoch ein allzu geringes Intereſſe für das Nähere der mitgetheilten Umſtände haben dürften, als daß ſie der Sache hätten weiter nachforſchen ſollen. Das hatte Kruſe, wie geſagt, jetzt längſt erfahren, ja zum Theil durch die Pfarrerin ſelber. Es iſt nicht genug, zu ſagen, daß das Gewiſſen der Frau erwacht war und ſie zu größerer Gerech⸗ tigkeit gegen den lange verkannten Sohn zwang. Nein, auch


