Zehntes Kapitel.
hervortritt. Die Dörfer links und rechts— von Kolitz ſchimmern bereits ein paar rothe Ziegeldächer herüber— der Meerbuſen mit ſeinen weitausgeſchweiften Umgebungen, dort das Herrenhaus von Leſthin, hier die Häuſer von Horn und die, jetzt ſchon viel zahlreicheren Maſtſpitzen der im Hafen ankernden Schiffe; ein wenig entfernter auf der Rhede auch heute wieder ein gewaltiges Fahrzeug mit einſtweilen noch beſchlagenen Segeln, und endlich die See ſelber, wie„Milch“, mit ihren ſeltſam wechſelnden weißen und blauen Streifen, immer blauer aber und blauer in die Ferne hinein, bis ſie mit dem Horizont verſchmilzt. Daß der„alte Damm“ in ſeiner vollen„Fluchwürdigkeit“ und die Sturmweide in ihrer koloſſalen Größe gleichfalls da ſind, brauchen wir kaum zu erwähnen. An denen zauſen ja hundert Jahre nur äußerlich ein wenig herum, und ſo ein paar Sommermonate gleiten ſpurlos vorüber.
Am Waldrand, ein wenig ſeitwärts von dem großen Abzugsgraben und wenig mehr als hundert Schritt von der Stelle, von der aus am Gewittermorgen der Oberförſter und Caspar Peers nach dem Flüchtling ausſchauten und die An⸗ näherung des Boots beobachteten, ſaß auf dem Grabenrande auch heut wieder ein Paar und ſchaute in die Gegend hin⸗ aus, die an dieſem Morgen freilich nicht jenen unheimlichen Anblick wie damals darbot. Alles lag in ſeiner richtigen Entfernung, nur daß es, wegen der Durehſichtigkeit der Luft und zumal für ſolche Augen, wie die hier hinaus blickenden, bis in die fernſte Weite dennoch erkennbar blieb. Wenn man
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