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Treue siegt : eine Geschichte von der See / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Magiſter Siemann. 191

4 auch nach ihrer Perſon Verlangen getragen zu haben; er operirte daher nicht gegen, ſondern für ſie, wenn man dies ſo heißen will. Die beiden Anderen, welche ihm im Wege ſtanden, ſeine eigene junge Frau und den Knaben der Frau⸗ Horſt, ſchaffte er nicht durch einen Gewaltſtreich aus dem Wegoe, ſondern verſuchte dies in einer langſameren und vor⸗ ſichtigeren, aber, wie er hoffen mochte, ebenſo ſicheren Weiſe. Bei der Frau gelang ihm ſein Plan: die Ehe ſchien, trotz ſtrengerBewahrung aller Dehors, in Wirllichkeit eine ſo unglückliche geworden zu ſein, daß die zarte und kränkliche Natur der armen jungen Frau nicht lange aushielt. Die Pfarrerin ſtarb, wie wir erfuhren, im Wochenbett zur rechten Zeit. Denn es gab Leute, die da behaupteten, die Dinge zwiſchen Frau Horſt und dem Magiſter ſeien damals ſo weit vorgeſchritten geweſen, daß ein Eclat demnächſt ſchon unvermeidlich geworden ſein dürfte. Die ſehr bald erfolgende Heirath ſchien dafür zu ſprechen.

Mit Detlef wurde es anders. Da der Knabe von An⸗ fang an dem Freunde ſeiner Mutter ein unüberwindliches Mißtrauen und eine unbeſiegliche Abneigung widmete und der Härte und Strenge, ja Grauſamkeit der Erziehung den ſtarrſten Trotz entgegenſetzte, ſo ſchlug Siemann einen an⸗ deren Weg ein. Man hat in der Geſchichte bekanntlich mehr als ein Beiſpiel, daß Mitglieder fürſtlicher Häuſer, deren Ausſichten und zukünftige Stellung für Andere gefährlich zu werden drohten, mit allem Geſchick und aller Methode von Jugend auf allmälig zu Grunde gerichtet wurden. Etwas