24 Zweites Kapitel.
Gewalt und brannten die äußerſten Gebäude ſozuſagen un⸗ ſchädlich in ſich zuſammen. Wieviel furchtbarer hätte das Unheil ſein müſſen, wäre das Element tiefer im Ort zur Herrſchaft gelangt oder der Wind aus einer anderen Rich⸗ tung gekommen! Wäre erſt einer von den großen B Bauerhöfen mit den viel geräumigeren zuſammengedrängten Gebäuden angegangen oder die maſſive Kirche überwältigt worden— von Kolitz, dem reichen, ſtolzen Dorfe, würden zu dieſer Stunde nur noch rauchende Trümmer übrig geweſen ſein. Hier, wo die Helfenden anlangten, ſah es furchtbar aus, Alles im wilden und wüſten qualmenden Graus, aus welchem der Wind von Zeit zu Zeit noch ganze Funkengarben über das Feld hinjagte, während der ekelhafte Geruch verbrannten Fleiſches nur allzu deutlich bewies, daß in den Ställen mehr als ein armes Geſchöpf der Kopfloſigkeit der Beſitzer oder ſeinem eigenen ſtörrigen Entſetzen zum Opfer gefallen war. Man muß freilich wiſſen und ſelbſt geſehen haben, mit wel⸗ cher vernichtenden Eile und Gewalt das Verderben über ſolche Gebäude hereinbricht, um die Menſchen zu entſchuldigen, welche an nichts als die eigene, nackte Rettung denken. Links, gegen den Strand zu und einigermaßen außer der Richtung des Windes, hatte ſich das vorderſte Büdnerhaus noch er⸗ halten. Die Leute— es wohnten zwei Familien darin— flüchteten trotzdem ihre beſte Habe hinaus und auf dem nach Kräften durchnäßten Strohdache ſaßen Männer mit den ge⸗ füllten Feuereimern zur Abwehrung fliegender Funken. Aber es war alles umſonſt. Von der nächſten Brandſtelle kam es


