Erſtes Kapitel.
das ſeinen Meiſter lobte und den Reiſenden viele Vortheile bot. Der ungepflaſterte Weg war zur trockenen Zeit ganz erträglich, der„Damm“ zur naſſen ſehr willkommen, und da obendarein zu beiden Seiten Weidenbäume gepflanzt wa⸗ ren, ſo fand man, wenn ſie nicht zufälliger Weiſe gerade gekröpft worden waren, ſogar Schutz gegen Wind, Regen und Sonnenſchein.
Das war aber vordem. Jetzt hat ſich das Ding ver⸗ zweiflungsvoll anders geſtaltet, und der„alte Damm“ wird in allen Tonarten verwünſcht und bietet Gelegenheit und Veranlaſſung zu zahlloſen Flüchen. Wer es irgend vermag, benützt ihn gar nicht mehr, ſondern fährt auf die Gefahr der Pfändung droben durch die Aecker oder drunten über die Kieſel und Seegrashaufen des Strandes. Der„Damm“ iſt, um einen Volksausdruck zu gebrauchen, der reine Mord⸗ weg. Die Pflaſterſteine liegen nicht mehr neben⸗, ſondern über⸗ und untereinander, und da ſich der ungepflaſterte Nebenweg allmälig immer mehr vertieft hat, ſo gelangt man von ihm auf den Damm oder umgekehrt niemals anders als mit der Gefahr eines Achſenbruchs, und hat obendarein noch die, kaum erfreulichere Ausſicht, durch die Gewalt des Anzugs hüben oder drüben, ſei es in den Graben, ſei es über die Böſchung hinab zu ſtürzen.
Der Damm mag freilich das beſte Recht von der Welt haben, ſich uns in ſolchem Zuſtande des Verfalls zu präſen⸗ tiren. Von Pflege iſt ihm ſchwerlich jemals etwas zu Theil geworden, und der Jahre ſind viele über ihn hingegangen.
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