ein Geheimniß gemacht und ihn ſeither in Spannung und ſchlechter Laune gelaſſen. Allein Buchhagen ſagte auch hier wieder phlegmatiſch:„ein Geheimniß, das ich mit einem Anderen theile, iſt keines mehr, Herr Baron, ſelbſt wenn Ihr dieſer Andere ſeid.“
„So? Und den Bernhard hier rechneſt Du als Niemand?“ fragte der alte Herr gutgelauut.
„Den Bernhard? Ei, der iſt ſelber ein Geheim⸗ niß,“ verſetzte der Wirthſchafter ſchmunzelnd,„und im Uebrigen, Herr Baron, will ich einmal Verſteckens ſpie⸗ len, ſo find' ich in Wintersbach ſicherere Plätze als hier. Nichts für ungut, Herr Baron, es läuft oder lief mir in Tolleneck zu viel curioſes Menſchenzeug umher— jetzt werden wir ja Gottlob wieder ein Stück davon los!“
Auf Bernhard, der ſonſt heut' noch ſtiller und zer⸗ ſtreuter geweſen, als man ihn gewöhnlich fand, machte die Nachricht von Luciens Abreiſe einen tiefen Eindruck, den er ſich auch gar nicht zu verbergen beſtrebte.„Gott gebe, daß es da nicht neues Unheil gibt!“ ſagte er trübe. „Ich muß es Euch nur bekennen, der Hugo Platen hat mir mehr als einmal zu ernſtem Nachdenken Veranlaſſung ge⸗ geben. Er erkundigte ſich gar zu angelegentlich bei mir nach der Couſine und verbarg dies Intereſſe ſichtbar den Großeltern. Ich habe mir für den jungen Mann ganz et⸗ was Anderes gedacht,“ fügte er hinzu,„und wurde darauf nicht nur durch eigene Beobachtungen, ſondern auch durch


