233 „ja, Knabe, das dort iſt das Land, möchte man ſagen, das iſt die See, das der Himmel, und ſo denke ich mir, muß es geweſen ſein dazumal, als der Herrgott Alles fertig hatte und am ſechsten Tage Alles anſah, was er gemacht hatte, und—„ſiehe da, es war ſehr gut!“
„So, Knabe, ſo iſt's! Ihr kennt das nicht, Ihr habt hier weder Land, noch Meer, noch Himmel! Wirths⸗ haus, biſt Du da? Gib die Flaſche her! Füll' Dir auch ein Glas, ſollſt mit uns anſtoßen auf das Land! Es iſt's werth! Und was der Menſch auch verliert, und was ihm auch die Erinnerung trübt— wo er in ſolchem Sonnen⸗ lande lebte und unter ſolchem Himmelsblau, in ſolcher Glut, in ſolchem Glanz, in ſolchem Seelenjubel— das behält er ſein Lebenlang und vergißt es nimmermehr. Stoßt an, Jungen, ſtoßt an! Weſtindien lebe! Dreimal drei— hurrah! 12
Er ſprang auf, das Auge blitzte und die Stirne war glatt, die ganze Geſtalt wie von Luſt und Kraft erhoben und geſtrafft, die eine Fauſt lag feſt auf dem Tiſch, die andere hielt uns das Glas entgegen. Und als ſein kraft⸗ volles Hurrah verklungen war, blieb er noch einen Au⸗
genblick ſo ſtehen und ſagte:„Ja, Jungen, Gott ver⸗
damme mich, dort iſt's werth zu leben und zu ſterben. Und wenn nicht dies wäre und das, ſo wär' kein Ort in 1859. XXIV. Vergangene Tage. 15


