kommt, beim Baron Wilbrand mit andern Gäſten vom Feind überfallen und verſprengt wurde. Er will nach D. und iſt hier unterwegs eingekehrt, weil der Abend kam und das Land voller Feinde iſt. Nimmſt Du ihn auf, gnädige Frau von Landsburg?“ ſetzte er lächelnd hinzu.
„Der Herr Rittmeiſter hat mich verſichert, daß Ihr mir die Nacht zu bleiben erlauben würdet,“ ſprach der Lieutenant mit einer ehrerbietigen Verbeugung,„ſonſt würde ich ſchon früher Eure Erlaubniß eingeholt haben, gnädigſtes Fräulein.“
Sie neigte freundlich lächelnd den blonden Kopf. „Mein Onkel hat ganz recht geſagt,“ verſetzte ſie dabei. „Ein Hilfeſuchender iſt ſtets willkommen und ſicher auf Landsburg. Ruht aus und bleibt, ſo lange Ihr's bedürft, Herr von Geßler. Möchte dies einſame Haus Euch nur mehr Unterhaltung gewähren können!“
Eins der Mädchen trat zu der jungen Herrin heran und flüſterte ihr etwas in’s Ohr, worauf ſie nickte und ſagte:„So laß zum Eſſen klingen, Anne.“ Und ſich an ihre nächſte Umgebung wendend, ſetzte ſie hinzu:„Wenn es Euch gefällig iſt, Onkel, und Euch, Herr von Geß⸗ ler— man ſagt mir, daß angerichtet ſei.“
Darauf, während die Herrſchaften zu ihrer Tafel traten, und die Dienſtleute drunten im Saal, zu denen ſich auch die Alte und die Dirnen aus Elſens Umgebung


