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an dem Schickſal der verlaſſenen Familie, die mir ja ſo nahe verwandt iſt. Und ſo kam ich an, und um ſicher zu gehen, gab ich mich gegen Euch für einen Boten vom Oberſten aus. Er muß doch mit den Seinen hin und wider in Verbindung ſtehen, und eine Anfrage war in der jetzigen wilden Zeit gerechtfertigt.— Somit wißt Ihr Alles, Herr von Werth,“ ſchloß Sternfeld.„Verzeiht mir meine frühere Täuſchung; im Kriege ſind alle Mittel erlaubt, wie Ihr ohne Zweifel vor Zeiten ſelbſt erprobt habt.“
Werth ſchüttelte den Kopf, klopfte die Pfeife aus und legte ſie auf den Tiſch.„Möglich!“ erwiderte er dann achſelzuckend;„allein ſo leichtſinnig wie Ihr ent⸗ rirte ich das Ding nie. Wie Ihr hier auftratet, das mußte Euch verdächtig machen— der Oberſt iſt hier nicht be⸗ liebt, und ſeine Boten noch weniger. Darum ſchickt er auch keine. Ich habe Euch von Anfang an nicht getraut, Vetter,“ ſetzte er hinzu,„und hätte der Dummbart, der Hans, Euch nicht gleich eingelaſſen, ſo hättet Ihr meinet⸗ halben im Walde oder auf dem Eiſe kampiren können.“
Er ſtand auf und ging, die Hände auf den Rücken gelegt, durch das Zimmer.
„Das konnte ich doch nicht wiſſen,“ ſagte der junge Mann ruhig.„Getrennt oder nicht getrennt— der Oberſt iſt doch der Mann ſeiner Frau und Herr auf


