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es war keine Möglichkeit, Urlaub zu erhalten und hinaus⸗ zukommen.
„Um Weihnacht verlautete, daß der Oberſt das Frauenzimmer adeln laſſen und dann heirathen wolle— er ſoll mit dem Miniſter noch gut ſtehen. Zugleich hieß es aber auch, daß ſeine Lehnsvettern Schritte dagegen gethan, da er ja keinen Sohn hat und das Majorat ohne denſelben ſeinem Vetter, dem Hagen drüben in M. zu⸗ fallen muß. Ja, man ſagte, daß man die Perſon zu ent⸗ führen verſucht; doch weiß ich von Alledem nichts Nähe⸗ res. Und nun endlich kriegten ein paar Kameraden und ich vor vierzehn Tagen Urlaub, um bei dem alten Baron Wilbrand, deſſen Sohn bei uns dient, eine Wolfsjagd mitzumachen. Am zweiten Tage wurden wir während der
Jagd von einer Streifpartei des Feindes überfallen und
auseinander geſprengt. Ich mußte mich allein durchſchla⸗ gen und erfuhr von einem Förſter, daß das Land bis D. ſehr unſicher ſei und ich kaum einen andern Weg habe, als über das Eis des Meerbuſens. Es ſei aber mehr als ein Tagesmarſch, meinte er, und ich träfe keinen bewohn⸗ ten Ort unterwegs als— Landsburg.—„So kehre ich dort ein,“ ſagte ich.—„Ja, wenn ſie Euch einlaſſen,“ meinte er.„Sie nehmen Niemand auf.“
„Doch ich ging, denn nach D. muß ich. Zugleich regte ſich auch die Neugierde in mir und die Theilnahme


