mit einem ſcharfen Blick;„habt Ihr vielleicht von einer Mamſell gehört, die Sophie Wilke heißt?“
Der Lieutenant neigte den Kopf.„Ich dächte, ſo hätte die Gouvernante bei den Kindern des Oberſten von Seeſtröm geheißen; ſie muß aber ſeit einiger Zeit ſchon ausgetreten ſein, denn ich ſah zuletzt dort eine andere. Doch weßhalb fragt Ihr, Herr von Werth?“
„Hm,“ machte der Alte und zündete wieder ſeine Pfeife an, die er in der geſpannten Aufmerkſamkeit auf Sternfeld's Nachrichten hatte erlöſchen laſſen;„laßt's gut ſein— Ihr werdet es ſchon erfahren. Aber nun erzählt weiter, mein Herr Vetter.“
„Ich wüßte wenig hinzuzuſetzen, Herr von Werth. Daß mich jene Nachrichten intereſſirten, daß es mich lockte, mehr von dieſen Dingen zu erfahren, brauche ich kaum zu ſagen. Und dann dacht' ich auch wieder: Wenn ſie todt iſt, ſo iſt Alles aus und ich werde in Landsburg nichts mehr nütz— ich will mit dem Oberſten nichts zu thun haben. Und wenn ſie wirklich noch lebte— was kann ſie von mir wollen? Was kann ich ihr nützen? Be⸗ ſchützer und Vertreter ihrer Rechte wird ſie in der Welt beſſere und gewichtigere finden als mich.— So dachte ich, Herr von Werth— doch hätte ich auch anders ge⸗ dacht, es wäre damals ganz gleichgültig geweſen; denn
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