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ten nur ihrer Sicherheit wegen ſo abgeſchloſſen lebe, und wollten dann von einer feindlichen Trennung von ihrem Gemahl nichts wiſſen. Kurz, Beſtimmtes hörte ich nicht.“
„Kennt Ihr die Perſon— meines theuren Herrn Vetters jetzige par amour, mein' ich?“ fragte der Alte nach einer Pauſe und ließ ſeine Augen mit einem geſpann⸗ ten Blick auf dem Geſicht Sternfeld's ruhen.
Der Lieutenant ſchüttelte den Kopf.„Sie iſt mir einmal gezeigt worden, wie ſie über den Wall ging. Sonſt hab' ich ſie meines Wiſſens nicht geſehen und weiß auch nichts von ihr; denn ſie kommt nicht mehr zum Vorſchein, ſeit man ihr hie und da nicht grade aufmunternd begegnet iſt. Der Oberſt ſoll ſie einmal bei einer Geſellſchaft in ſeinem Hauſe präſentirt haben— vor Jahr und Tag. Da ſeien einige Damen aufgeſtan⸗ den und fortgegangen, heißt es, und ſeitdem herrſche zwi⸗ ſchen dem Oberſten und ſeinen Verwandten die größte Feindſchaft.“
„Weßhalb mußten wir hier auch ſo abgeſchloſſen ſitzen!“ murmelte der Alte vor ſich hin und ſetzte dann laut hinzu:„Und kennt die Perſon Euch von Anſehen?“
„Schwerlich,“ verſetzte der junge Mann.„Sie lebt ſehr eingezogen in einem Hintergebäude des Hauſes, wo ſie weder ſieht, noch geſehen wird.“
„D. iſt nicht groß,“ bemerkte der Rittmeiſter wieder


