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Vergangene Tage : Geschichten / von Edmund Hoefer
Entstehung
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langer Zeit geſchrieben, hatte mich in Stockholm und Gott weiß wo geſucht und mich erſt in D. erreicht. Ihr werdet mir zugeben, Herr von Werth, daß eine ſolche Aufforde⸗ rung von der Frau des Mannes, der mich ſo bitter haßte und verfolgte, mir zum mindeſten ſeltſam, wo nicht gefährlich erſcheinen mußte, zumal ich gar keinen Zweck abſah. Was wollte ſie mit mir, um den man ſich niemals bekümmert, nach dem man nie gefragt, den der Gatte jetzt auf alle Weiſe chikanirte?

So rechnete und überlegte ich, und dennoch wandte ich mich an einen älteren Bekannten, um mir einige ge⸗ nauere Nachrichten zu verſchaffen, weßhalb die Dame nicht bei dem Oberſten ſei, wie und wo ſie lebe. Da er⸗ fuhr ich, daß der Oberſt ſeit ein paar Tagen von ihrem kürzlich erfolgten Tode geſprochen, daß man jedoch noch keinen rechten Glauben daran habe, indem es bekannt genug ſei, wie er ſeit manchen Jahren von ihr getrennt lebe und mit einer andern Perſon in Verbindung ſtehe, in die er, trotz ihres niedrigen Standes und ihrer gerin⸗ gen Ertraction, vollkommen vernarrt ſei. Die Perſon ſei ehrgeizig und ſchlau, der Oberſt verliebt und gewiſſen⸗ los; man könne nicht wiſſen, was daraus entſtände. Zu⸗ trauen dürfe man ihm das Uebelſte. Indeſſen würden die Lehnsvettern ſchon aufmerkſam ſein. Andere meinten

freilich auch, daß meine Couſine in dieſen unruhigen Zei⸗