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Vergangene Tage : Geschichten / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Ich heiße Sternfeld, begann er leiſe nach einer Pauſe,und bin Lieutenant im Regiment von F., das, wie Ihr vielleicht wißt, gleichfalls in D. ſteht.

Schon bei dem Namen war Werth aufgefahren, nun unterbrach er den Erzähler mit den haſtig hervorgeſtoße⸗ nen Worten:Womit beweist Ihr das?

Mit meinem Wort als Kavalier und Offizier, Herr Rittmeiſter, lautete die ruhige Antwort.Uebrigens wird Euch meine Mittheilung überzeugen. Ihr wißt ſicher, daß mein Vater der Onkel der Frau von Hagen und meine Mutter die Schweſter des Oberſten war, ſo daß ich alſo mit dieſem Hauſe doppelt verwandt bin. Viel⸗ leicht erinnert Ihr Euch auch daran, daß Ihr mich be⸗ reits einmal geſehen habt vor dreizehn Jahren in D., wo meine Eltern mit dem Oberſten und ſeiner Familie eine Zuſammenkunft hatten; ich war freilich noch ein Knabe und kam wenig zu den Erwachſenen, allein ich ſelbſt erinnere mich Eurer noch vollkommen deutlich. Ihr hattet eben den kaiſerlichen Dienſt quittirt und kamt aus Ungarn zurück.

Werth ſchüttelte mit einem finſtern Blick den Kopf. So war's leider Gottes, ich mußte wohl wegen der dummen Wunde, die mir das Reiten unmöglich macht, verſetzte er und drückte den Tabak in ſeiner Pfeife nieder. Und mitten im Kriege es gab kein größeres Malheur

1859. XXIV. Vergangene Tage. 2