Herr von Werth,“ bemerkte er endlich, ſtand auf und trat weiter in's Zimmer vor;„und er iſt doch Euer Vet⸗ ter und Herr in dieſem Schloſſe, das von ſeiner Ge⸗ mahlin und Tochter bewohnt wird, welche Ihr wieder zu ſchützen habt nach ſeiner Anordnung. Das iſt—“
.„Nicht mehr als— gar nicht wahr,“ unterbrach ihn der Alte gleichmüthig, ohne ſich in ſeiner bequemen Ruhe ſtören zu laſſen.„Mein Vetter iſt er freilich— er hat ſich mir angeheirathet— er, ſage ich, denn ich meiner⸗ ſeits wäre ihm nicht zu nahe gekommen. Seine Tochter lebt auch noch in dieſem Schloſſe, und ich bin hier ihr Beſchützer, aber nicht auf meines lieben Herrn Vetters Anordnung. Er kann's nur nicht hindern. Aber Herr iſt er hier nicht, junger Menſch— und ihn lieben— ich? Hm, ich wüßte nicht, wozu?— Und ſeht, junger Menſch,“ ſetzte er hinzu, immer mit demſelben Gleichmuth in Stim⸗ me und Weſen—„ob Ihr ihm das ſagt oder nicht, iſt mir ganz egal. Er weiß es auch ſchon von ſich ſelbſt.“
Der junge Mann ſtand mitten im Gemach, die ſchlanke Geſtalt hoch aufgerichtet, die Arme über die Bruſt gekreuzt. Seine Stirn war geröthet, die Augen ſtreiften mit einem unſichern Blick über den Alten, den Tiſch, die Wände, und wandten ſich zuletzt wieder zum Alten zurück.
„So will ich reden,“ ſagte er plötzlich.


