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ward, ja ſie ſah nicht auf, noch ſich um, als endlich die Thür geöffnet wurde und eine Frau mit einem Licht in der Hand darin erſchien.
Die Thür ward wieder geſchloſſen, die Frau blieb davor ſtehen, erhob das Licht, um bei ſeinem matten Glanz einen Ueberblick über das Zimmer zu gewinnen, und als ſie dann die dunkle Geſtalt des jungen Mädchens in der Fenſterniſche erkannte, trat ſie einen Schritt weiter in die Stube und fragte mit ſcharfer, unwillig klingender Stimme:„Was ſoll das heißen, Elſe, daß Ihr da im Dunkeln hockt? Ihr wißt, daß ich es nicht liebe, Euch zu ſuchen.“— Und als auf dieſe Worte die Angeredete weder den Kopf vom Fenſter abwandte, noch eine Ant⸗ wort gab, fuhr die Frau heftig fort:„Nun, hört Ihr mich nicht?“
Da ließ das Mädchen die Hand langſam vom Kopf auf das Fenſtergeſims ſinken, ſtand auf, und indem es die Fingerſpitzen auf das Tiſchchen ſtützte, das dort neben dem Stuhl in der Niſche ſeine Stelle gefunden, verſetzte es kalt:„Mit wem redet Ihr? Mit mir?“
Die Frau zuckte überraſcht und zornig auf.„Was iſt das für ein Ton?“ fragte ſie heftig, den Kopf auf⸗ werfend und die dunklen Augen mit einem brennenden Blicke auf die Andere richtend.„Was fällt Euch ein, mit wem ſollte ich hier ſonſt reden?“


