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Nun laßt uns ſingen das Abendlied. 233
ſidenz und dem Jagdſchloß ein freundlicher, wenn auch ſel⸗ tener Verkehr in Gang geblieben. Von Zeit zu Zeit ſahen der Herzog oder die Herzogin einmal bei der Verwandten ein und fanden gute Aufnahme. Aber ſie kamen nie mit großem Gefolge, und die Stille in Schloß und Park wurde durch ſie und die Ihren auch nicht geſtört.—
So hatte die Fürſtin damals geredet und zu dem alten Hoffräulein hatte ſie hinterdrein geſagt:„eine Vergrößerung des Hofſtaats! Was ſollten wir damit? Nach unſerer Kleinen kann ich wenigſtens keine Andere brauchen und möcht' es auch keiner gönnen es mit uns zu verſuchen. Der Vergleich würde nicht ausbleiben und zu nachtheilig für ſie ausfallen. Ja, die Eva!“—
Und wie leichthin die Prinzeſſin auch von ihrer Zu⸗ friedenheit auf dem Hindenſtein und von ſeiner Stille ge⸗ ſprochen, und daß ſie dort nichts entbehre— die Eva und ihr fröhliches Leben und Weben fehlte ihr doch allerwärts — denn ſie war fort— und ſie fand den einzigen Erſatz in den Briefen des Lieblings oder in den Geſprächen mit der Hohenkron und den beiden vertrauten Männern, Raben und Waldinger. Mit denen rekapitulirte ſie immer von
neuem die Vergangenheit, und Galatea faßte dieſe Unter⸗
haltungen längſt nicht mehr als eine Strafe für ihren da⸗ maligen Unverſtand auf.
Das alte Fräulein war durch mancherlei damals zu⸗ ſammentreffende Erſchütterungen zu aller ihr möglichen Be⸗


