224 Es wohnet Lieb' bei Liebe.
worden. Bei den getroffenen Maßregeln mußte man ihrer faſt ſicher habhaft werden oder ihnen wenigſtens eine Verfolgung Huberts unmöglich machen. Nur des Letztern Verſchwinden aus dem Schloß hatte die Fürſtin und Raben beunruhigt, da es im Walde leicht zu einer nicht mehr abzuwendenden Begegnung zwiſchen ihm und Bühel oder den andern kom⸗ men konnte, von deren Nähe er nichts ahnte.
„Nun aber iſt alles gut,“ ſchloß die Fürſtin endlich. „Nur ihr dauert mich, ihr armen Kinder; kaum vereint geht es auf Gott weiß wie lange auseinander. Aber ich weiß es nicht zu ändern. Ihr müßt eben Muth und Ge⸗ duld haben.“
Eva nickte gedankenvoll vor ſich hin.—
Es verging wohl noch eine Stunde, bis die beiden Männer kamen und dann erſchienen ſie ſchon im Reiſe⸗ anzug, den der Forſtmeiſter vorſorglich auch für Hubert mitgebracht.
„Das Gewitter iſt vorüber,“ meinte Raben,„den Re⸗ gen werden wir aber die ganze Nacht haben und wollen daher jetzt aufbrechen. Wir können hoffen, unbeobachtet aus dem Revier zu kommen.“
„Sie haben recht, Raben,“ verſetzte die Fürſtin.„Wozu noch zögern?— Komm' Eva, mein Kind, kommen Sie, Hubert,“ fuhr ſie fort und ſtand auf und führte die beiden, ihr ſchweigend folgenden jungen Leute zu ihrem Kabinet;


