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Lorelei : eine Schloß- und Waldgeschichte / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Es wohnet Lieb' bei Liebe. 223

Die Fürſtin lächelte wieder.Alſo Herr Leo von Ra⸗ ben, gehn Sie mit Ihrem Bruder, der Ihnen viel zu ſagen hat. Ich will unterdeſſen mit den Uebrigen reden, und nachher ſollen Sie mir in meinen Zimmern willkommen ſein. Komm' Eva, meine kleine Braut. Und ſo ging ſie dem Eingange zu und ins Schloß, von dem alten Paare gefolgt, welches dieſer raſch verlaufenden Scene in immer größerer Verwirrung beigewohnt hatte.

Die Mittheilungen der Fürſtin an Eva waren bald gemacht. Raben hatte in B., der Reſidenz eines kleinen Nachbarſtaats, mit mehreren Gliedern ſeiner Familie am folgenden Tage eine Zuſammenkunft, und da von dort eine Flucht zur Seeküſte kaum noch verhindert werden konnte, ſo hatte er beſchloſſen, den Schützling der Fürſtin auf dieſem Wege aus ſeiner jetzigen Lage und in Sicherheit zu bringen. Sein Bruder war ſchon drüben und eingeweiht, und unter deſſen Namen ſollte Hubert die Grenze paſſiren. Sie hatten um ſo weniger auf ihrer Reiſe zu befürchten, da ſie noch heut Abend aufbrechen und den größten Theil des Weges während der Dunkelheit zurücklegen wollten. Waldinger war inſtruirt und einer der Schützenoffiziere, der mit Raben ziemlich befreundet, hatte verſprochen, am heutigen Abend beſonders auf die Feinde acht haben und das Revier durch⸗ ſtreifen zu laſſen.

Daher war auch die Nachricht von dem Umherſchleichen Fremder mit einer gewiſſen Gleichgültigkeit aufgenommen