Es wohnet Lieb' bei Liebe.
erſten Regentropfen raſſelten zwiſchen den Tannennadeln. Es galt zu eilen, und beide ſäumten auch ſo wenig, daß ſie noch vor dem hereinbrechenden ſchwerſten Regen unter die Arkaden des Schloſſes traten.
„Da ſind ſie!“ ſagte die Prinzeſſin, welche mit Raben, der Hohenkron und dem Hofjunker neben dem großen Eck⸗ pfeiler ſtand und von dem athemloſen Paare bisher noch 1 nicht bemerkt war, zumal in dem tiefen Bogengange bereits eine faſt nächtliche Dämmerung herrſchte.„Was meinen Sie, Raben?“ fuhr ſie fort;„die paſſen noch beſſer zu einander, als ich ſchon geglaubt. Sie ſind überall Eins— auch in Un⸗ gehorſam und Leichtſinn!“
„O, Eure Hoheit!“ rief Eva bittend und doch lächelnd und beugte ſich über die dargebotene Hand der Fürſtin. 5 „Es war ſo heiß im Schloß und im Wald ſo kühl— das lockte mich hinaus.“.
„Und du lockteſt den da,“ ſprach die Prinzeſſin gleich⸗ falls lächelnd,„ich finde das begreiflich. Es iſt auch ganz recht ſo. Gott ſegne euch, meine Kinder,“ fuhr ſie fort und reichte nun auch Hubert die Hand,„er gebe euch Stärke und laſſe euch euren frohen Muth. Ihr werdet deſſen bald bedürfen, Kinder. Das iſt alſo der Herr Hofmann, Raben?“
„Eure Hoheit entſchuldigen,“ verſetzte der Letztere lau⸗ nig,„ich glaube vielmehr, daß es für jetzt mein Bruder Leo iſt, der mich nach B. und unterwegs nach dem Hinden⸗ ſtein begleitet.“


