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Lorelei : eine Schloß- und Waldgeschichte / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Es wohnet Lieb' bei Liebe. 221

hinzu,und wer weiß, wie lange es noch auf ihnen mit mir fortgehn wird. Da mußt du nun mit, Eva.

Immerhin, entgegnete ſie heiter und ſprang wieder von Stein zu Stein über den Bach, der ſich hier links in das Geſtein verlor, während vor ihnen die Schlucht langſam ſteigend in ein ebenes Terrain auslief.Ich finde den Weg nicht ſo ſchlecht und mit ein wenig Gefahr liebt ſich's noch viel hübſcher. Weißt du, was ich möchte, Hubert? ſetzte ſie fröhlich hinzu.Du biſt ſicher, merk' ich, es iſt ihnen wieder ein Plan ruinirt, ich bin ſeelenvergnügt und habe eine unmenſchliche Luſt, einmal hell hinauszuſingen. Ich weiß einen ſo ſchönen Vers für uns! Und in die Melodie fallend, ſang das wunderbare Weſen leiſe, aber neckend:

Warum biſt du denn ſo traurig, Bin ich aller Freuden voll?

Als ſie im nächſten Augenblick droben waren, ſahen ſie ſich vor dem Tannenhain und in der Nähe der dunklen Allee, und konnten freier um ſich ſchauen. Es war alles einſam und ſtill, und ſelbſt der Wirbelwind, der während ihres bisherigen Weges durch die Waldgipfel gebraust,

ſſcchwieg vor dem näher kommenden Gewitter, deſſen ſchwere

Maſſen ſie hier oben drohend genug vor ſich erblickten. Eben zuckte ein greller Blitz, der Donner folgte ihm nach kurzer Pauſe, vom Wiederhall in die Runde fortgepflanzt, und die