Es wohnet Lieb' bei Liebe. 219
„Was gibt's?“ fragte Hubert, den Burſchen mit fin⸗ ſterem Blick meſſend.„Ich denke, Ihr kennt dieſen Platz—“
„Sachte, ſachte!“ unterbrach ihn aber Eva ſchnell. „Sie müſſen meinen treuen Franz nicht ſo rauh behandeln, Hubert. Er hat nur um unſretwillen ſeinen koſtbaren Hals riskirt, weiß ich, und ſeine Nachricht muß Eile haben. Was bringt Ihr uns, meinem Verlobten und mir?“ ſetzte ſie beſonnen hinzu, denn ſie ſah das Auge des gutmüthigen Geſellen mit einem keineswegs freundlichen Blick auf Hu⸗ bert ruhen.
Bei ihren Worten erhellten ſich ſeine Züge.„Oho,“ verſetzte er,„nun, dann hat es um ſo mehr Eile für beide Herrſchaften. Sie müſſen fort, ſchnell. Denn es kommt ein ſchweres Gewitter— da iſt's ſchon!“ unterbrach er ſich, als in dieſem Augenblick ein fernes langes Donnern hörbar wurde.„Das ſchlimmſte aber iſt— im Walde ſpukt der Teufel. Ich habe eben einen Trupp Menſchen geſehn— am grünen Knick, wie wir's heißen, ſchlichen ſie auseinander— und ich will mein Leben lang nichts als pudeln, wenn nicht der Breitenſteinbacher unter ihnen iſt.“
„Bühel?“ rief Eva zuſammenfahrend.
„Weßhalb tratet Ihr ihnen nicht entgegen?“ fragte Hubert zugleich.
„Darf ich nicht,“ entgegnete der Burſch' raſch.„Habe meine Inſtruction für ſolchen Fall. Es gilt nicht Einen, ſondern alle zu greifen, und wir kriegen ſie heut. Aber ich
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