218 Es wohnet Lieb' bei Liebe.
Stimme bebte vor tiefer Bewegung.„Ich liebe dich, Eva, und mein Herz weiß von nichts mehr als von dir allein, du wunderbares, theures, ſüßes Weib!“
Ihren Körper durchzog ein leichtes Beben, aber ſie er— wiederte nichts, und erſt nach einer langen Pauſe erhob ſie plötzlich den Kopf und ſah ihn an, leuchtenden Aug's, legte ihre kleine Hand feſt in die ſeine und ſagte:„und weil ich das ſein ſoll— das Weib für dich, Hubert, du einzig lieber, lieber Mann— darum will ich's auch ſein und will nicht von dir laſſen. Nun laß kommen, was mag, für uns beide ſorge ich nicht. Wo zwei es ſo gut und ehrlich mit einander meinen, die bleiben auch einander zu eigen, denen kann's nicht ſchlecht gehn.“ Und ſie ſchlang die Arme um ſeinen Hals und ſchloß die ſtrahlenden Augen unter ſeinem heißen Kuß.—
Aber als hätten die letzten kühnen Worte des Mädchens das Schickſal herausgefordert, ſo wurden ſie nur zu bald aus dieſer Liebesruhe geriſſen. Ein plötzlich Geräuſch in den Gebüſchen droben ließ ſie aufſchauen,— die Sonne war fort und der Himmel grau überlaufen— und zugleich ſahen ſie den Jägerburſchen durch das Gezweig' brechen und dann ſpringend und fallend und ſich an einzelnen Büſchen wieder aufraffend, ſo ſchnell die ſteile Wand herab⸗ gleiten, daß er faſt im nächſten Augenblick ſchon hoch auf⸗
athmend vor ihnen ſtand.
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