216 Es wohnet Lieb' bei Liebe.
Bruſt ſtanden und ſeine Lippen beinah den Scheitel des geſenkten Köpfchens hätten ſtreifen können, und indem er leiſe den Arm um ihre weiche Taille legte, fragte er:„weil ich Sie mit fortnehme, Eva?“
„Mich?“ verſetzte ſie, ohne aufzuſehn;„ſoll ich vielleicht auch Aufſtändler und Flüchtling werden?“
„Könnten Sie es nicht, Eva, wenn Sie darin Ihr eigenes und eines Andern Glück fänden?“
Ihre Augen erhoben ſich nur, um ſich ſogleich wieder zu ſenken.„Eines Andern?“ wiederholte ſie nach einer Weile.„Wiſſen Sie das ſo gewiß?“
„Ja, Eva,“ ſagte er innig.
Sie ſchaute lächelnd zu ihm auf, aber ſie regte ſich ſonſt nicht in ſeinem Arm.„Hubert, Hubert,“ ſprach ſie und ihre Stimme klang faſt neckend.„Wenn Sie ſich nur nicht in mir täuſchen! Sie wiſſen doch, daß ich ein ſchreck⸗ lich leichtſinniges und bedachtloſes Ding bin, das Sie vor⸗ dem, als Sie noch ein ſchüchterner Lieutenant waren, auf das gottloſeſte verſpottet hat.“
„Und jetzt, Eva?“ fragte er und ſie hört' es ſeiner Stimme wohl an, daß ſie grade empor aus einem tief be⸗ wegten glücklichen Herzen klang.
Es durchbebte ſie auch und ihre Augen blickten innig, aber ihre Antwort lautete dennoch nur:„jetzt nennt mich die Hoheit einen Wildfang und Strudelkopf, und meine Tante Galatea enterbt mich noch zu all meiner übrigen


