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Lorelei : eine Schloß- und Waldgeschichte / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Es wohnet Lieb' bei Liebe. 215

Die Parole iſt nicht ganz richtig, aber der Gerufene iſt einmal da, ſprach er und trat vollends hervor und raſch ihr nahe, denn es war kein Phantom und kein Anderer, ſondern er ſelber, der Flüchtling, der daheim im Schloß weilen ſollte, und nun ſo unbeſonnen am hellen Tage das ſichere Aſil verlaſſen hatte.

O, Hubert! wiederholte ſie angſthaft, und ihr Geſicht war bleich, und ihre ſchlanke Geſtalt bebte. Aber er faßte ſie bei den Händen und ſah ihr ſo innig in die ſchönen er⸗ ſchrockenen Augen, daß ihr Herz wieder hoch aufſchlug und das Blut in ihre Wangen zurück ſtrömen ließ.

Verzeihen Sie mir, Eva, ſagte er leiſe.Ich ſah Sie von meinem Kerker aus im Park, und da ertrug ich's nicht, ich mußte Ihnen nach, um Sie endlich endlich ein mal zu ſehn, wo niemand iſt außer Ihnen und mir

Aber die Gefahr! unterbrach ſie ihn bange.

Ich weiß von keiner Gefahr, als daß ich fort muß, ohne Sie noch einmal geſehn, Sie noch einmal geſprochen zu haben, ſagte er mit ernſter Innigkeit.

So iſt's wahr, Sie gehn fort? flüſterte ſie.

Ich weiß das Wann nicht, aber ich ſehn' es herbei, gab er zur Antwort.Hier bleiben kann ich nicht länger. Da ſah ſie mit einem leiſe ſchelmiſchen Blick flüchtig 1 zu ihm auf und ſprach in eigenthümlich vibrirendem Tone: o du armer Hindenſtein! 1

Er zog ihre Hände feſter an ſich, bis ſie faſt Bruſt an