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Lorelei : eine Schloß- und Waldgeschichte / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Ich fahr' und weiß nicht wohin. 29

greife, und obgleich ich nicht abergläubiſch bin, kann ich doch kaum den Gedanken los werden, daß dies traurige Lied für mich und mein Geſchick von irgend einer Vorbe⸗ deutung iſt.

Der Förſter war ſtehen geblieben und hatte ſeinen Be⸗ gleiter erſtaunt angeſchaut.Ach Unſinn! meinte er nun. Was hätten die beiden todten Königskinder mit Euch zu thun, Herr? Da merkt Euch lieber den Grund hier. Darin iſt noch ſo ein Stück altes Leben, wie Ihr vorhin zu ſehn wünſchtet, und wenn Ihr vorſichtig ſeid, könnt Ihr da ſchon einmal einen Beſuch riskiren. Ich habe hier lange nicht mehr einen von den Schloßbewohnern geſehn. Da droben an der Biegung führt ein Fußſteig hinab. Kommode iſt er nicht, aber Unſereiner kann ihn ſchon paſſiren. Ich ſage Euch nichts von da drunten, es muß Euch über⸗ raſchen.

Sie waren allmälig doch auf einen andern Weg ge⸗ kommen und hatten den Wall des Parks ſtets in einiger Entfernung links durch den Wald hinziehend erblickt. Nun mußten ſie aber einer langen Schlucht wegen weiter aus⸗ weichen, welche in die Hochebene, auf der ſie gingen, tief hineinzuſchneiden ſchien. Wenigſtens konnten ſie, am obern Nande ſtehend und durch das dichte Gebüſch ſpähend, nichts vom Grunde erblicken. Sie ſahen nur mehrere ſchnurgerade Reihen von dunklen Tannenwipfeln vor ſich, welche ſie rechts