Druckschrift 
Lorelei : eine Schloß- und Waldgeschichte / von Edmund Hoefer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Ich fahr' und e 25 beten hättet! Und eigentlich wäre die Hoheit nicht

möcht' ich den Andern ſ chon ſolch ein Vergnügen einmal gönnen. Aber was iſt denn das für ein Haus? fragte Hofmann. Was ich beim Mondſchein davon bemerken konnte, hat einen bedeutenden Eindruck auf mich gemacht.. Es iſt derHindenſtein, ein Jagdſchloß des alten Herrn Georg Wilhelm, aber ſeit vielen Jahren und eigent⸗ lich ſeit dem Tode des Hochſeligen bereits nicht mehr von dem Fürſtenhauſe benützt oder auch nur beſucht. Und das iſt im Grunde ſchade, denn es iſt zwar ein etwas kurioſes, aber immerhin ſtattliches Gebäude, das ſeiner Zeit ſchreck⸗ lich viel Geld gekoſtet haben muß. Gelegen iſt es ſo gün⸗

ſtig wie möglich, mitten in dem großen Revier, und bec uem .)

eingerichtet. Aber, wie geſagt, man thut nichts dafür, und wenn die alte Hoheit einmal abfährt, wird es ganz ver⸗ fallen. Schade, ſchade, wiederhole ich.

Und ſeine jetzigen Bewohner? fragte der junge Mann lebhaft, indem ſie auf dem vorigen Wege langſam wieder zurückgingen. Das Begegniß des vergangenen Abends, die wundervolle Stimme d unſichtbaren Sängerin und ihr trauriges Lied kam ihm wieder in's Gedächtniß und bewegte ihn auf's neue.

Die jetzigen Bewohner? Ja ſo, von denen könnt Ihr freilich nichts wiſſen, verſetzte der Förſter.Nun, es iſt gerade kein Geheimniß, wenn man auch nicht viel davon redet, und wenn ich Euch auch rathen muß, Euch während