Ich fahr' und weiß nicht wohin. 23
gewußt, daß die Grenze dort ſo ſei. Für mich ſelbſt fürchte ich natürlich von dem Kameraden nichts, aber—“
„Ich will Euch was ſagen,“ unterbrach ihn der Förſter, „wenn es durchaus ſein muß, ſo reitet einmal zu ihm hin⸗ über und ſeht Euch an, wie die Dinge ſtehn. Wir wollen ſchon erfahren, wann er allein iſt, und Euer Verſteck bei mir braucht Ihr ihm auch nicht zu nennen. Was meint
Ihr?“ „So wird es am richtigſten ſein, denn ſprechen müßte ich ihn— es geht nicht anders,“ antwortete Hofmann
nachdenklich, ſetzte aber ſchnell wieder freundlich hinzu:„in⸗ zwiſchen alſo nehme ich Euer Anerbieten mit wärmſtem Dank für ein paar Tage an, denn mir bleibt ja ſonſt nichts übrig. Gott lohn' Euch Eure Treue, Herr Waldinger!“
Der Alte ſchüttelte mit ernſtem Lächeln den Kopf. „Laßt's gut ſein, Herr,“ ſagte er,„ſo ſchlimm ſteht's doch noch nicht, daß unſer Herrgott das extra belohnen müßte, was nur die verfluchte natürliche Schuldigkeit jedes richti⸗ gen Menſchen iſt. Doch genug davon,“ fuhr er fort.„Seid mir willkommen, Herr, und zwar je länger, deſto lieber. Hier müſſen wir aber umkehren, denn da iſt der Park.“—
Sie waren während ihrer Unterhaltungen ziemlich weit in den Wald gedrungen und immer mählig bergan geſtiegen, ſo daß ſie nun hoch über dem Forſthauſe ſtehen mußten. Bisher hatten ſie ſtets den Wald um ſich gehabt mit ſeinen geſchloſſenen Beſtänden, die nur ſelten durch eine kleine


