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Lorelei : eine Schloß- und Waldgeschichte / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Ich fahr' und weiß nicht wohin. 19

Wochen gleichfalls der Ruhe bedürftig fühlte. Und als er eingewilligt, bot ihm der Förſter eine Pfeifedenn, ſagte er,ſo ein Ding gibt uns ein befriedigtes Gemüthe und großes Behagen und führte ihn dann mit ſich hinaus in den morgenfriſchen Wald, der ſo munter darein ſchaute, als habe auch er in der vergangenen Nacht gründ⸗ lich ausgeſchlafen. Da redeten die ſchnell vertraut gewor⸗ denen Männer über des Vaterlandes Noth und Ausſichten. Es war, wie unſere Leſer aus den Andeutungen des Flüchtlings bereits erfahren, das Jahr 1809, trotz einiger Lichtblicke und herzerhebender Züge eins der traurigſten, die jemals über das deutſche Land dahinzogen. Oeſterreich hatte nach ſeinem muthyvollen Ringen bereits einen Waffenſtill⸗ ſtand geſchloſſen, der vorausſichtlich bald zum neuen elenden Frieden führen mußte. Die heſſiſchen Aufſtände waren längſt unterdrückt und blutig gerächt, die Reſte des Schill' ſchen Corps zu Weſel erſchoſſen oder auf franzöſiſche Ga⸗ leeren gebracht. Der Herzog von Braunſchweig hatte ſein tapferes Corps vor einigen Tagen zu Esfleth auf engliſche Schiffe gerettet, und der in Tirol nach fortdauernde Kampf konnte die Herzen aller Patrioten nur mit herber Trauer erfüllen, da das treue Land je ſpäter, deſto blutiger dem allgewaltigen Gegner erliegen mußte. Und dazu lag Preu⸗ ßen unter ſchier vernichtendem Druck, dazu ſeufzte ganz Deutſchland in ſchmachvollſter Abhängigkeit; wohin man ſchaute, nichts als Elend, nichts als Knechtſchaft, nichts als