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nichts mehr thun, als mich hieher zu, dirigiren, während er zugleich die Spürhunde des Tyrannen nach einer andern Richtung hin zu ſchicken ſuchte.“
„Wie heißt Euer Freund?“ fragte der Förſter— er ſchaute den Fremdling jetzt freundlich an—,„man kennt der Biedermänner nie genug.“
„Es iſt ein Herr von Herbersberg auf Finkenſtein, an der Grenze von S.“
„Kenn' ihn ſchon,'s iſt ein wackerer Herr. Er iſt bis vor Kurzem Offizier geweſen?“
„Ja,“ entgegnete der Gaſt und nickte leiſe mit dem Kopf,„er diente mit mir im gleichen Regiment und ſchlug ſich mit mir nach dem Unglück bei Jena zur Armee in Preußen durch. Wir dienten bis zum Frieden. Da mußte man uns bei der allgemeinen Reduction entlaſſen, und wir gingen auf unſere Güter.“—
Der Förſter ſah den ernſten jungen Mann wieder prüfend an.„Nun,“ meinte er nach einer Pauſe,„da ſind Sie beide doch in allen Ehren verabſchiedet und haben nichts mehr mit den Franzoſen zu thun. Und doch ſagtet Ihr, daß Ihr auf der Flucht—?“
Der Fremde nickte.„So iſt's,“ ſprach er ernſt.„Ich habe ſchon ſo viel geſagt, weßhalb nicht alles? Vor acht Wochen machte der Oberſt Emmerich drüben in Heſſen, im Marburgiſchen, einen Aufſtandsverſuch, bei dem ich mich


