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Lorelei : eine Schloß- und Waldgeschichte / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Ich fahr' und weiß nichr wohin. 13

obſchon Ihr reputirlich ausſeht und ein ſolch Gefrage ſonſt nicht meine Art iſt wie kommt's, daß Ihr nach Stonsheim durch den Wald zieht und Euch dem Verirren ausſetzt, obſchon es dahin eine ziemlich grade und offene Straße gibt? Ihr ſcheint freilich ein deutſches Landes⸗ kind, allein es ſoll leider Gotts auch unter denen manchen geben, der ſich mit Haut und Haar dem Franzoſen verkauft hat. Seid Ihr ein ſolcher, fuhr er noch finſterer fort, ſo will ich Euch morgen auf den Weg nach Stons⸗ heim geleiten laſſen. Ich halte mein Wort. Dann möchte ich Euch aber den Rath geben, nicht wiederzukommen, denn

Er brach ab, da der junge Mann ihm plötzlich mit ernſtem Lächeln die Hand entgegenſtreckte.

Schlagt dreiſt ein, es iſt die Hand eines Gleichge⸗ ſinnten, ſagte dieſer dabei.Eben, weil es unter unſern Landsleuten Schufte gibt, wie Ihr ſie erwähntet, und weil die Franzoſen Herren ſind in unſern Gauen, muß ich die Waldwege wählen. Ich bin auf der Flucht ſeit Wochen, Alter, und habe nicht Luſt, mich wie einen Verbrecher er⸗ ſchießen zu laſſen. Die Zeit kann nicht fern ſein, wo ich dem Vaterland meine Kräfte und mein Leben weihen darf. Ich habe ein paar Tage bei einem Freunde geraſtet und dachte dort bleiben zu können, bis ſich eine Gelegenheit fand, an das Meer und nach England zu gelangen. Aber man hat mich auch dort aufgejagt, und mein Freund konnte