Ich fahr' und weiß nicht wohin. 3 11
beſchäftigten Fremden. Die Frau rüſtete indeſſen in einer Nebenkammer ein einfaches Bett.
Der Gaſt— es war ein noch junger Mann, deſſen braunes Geſicht aber von einem langen Aufenthalt in freier Luft ſprach— legte endlich Meſſer und Gabel nieder und richtete nun auch ſeinerſeits ein paar dunkelblaue, ziemlich finſter blickende Augen auf den Forſtmann.
„Ihr lebt hier in einer einſamen Gegend,“ bemerkte er nach einer Weile anſcheinend gleichgültig.„Ich bin erſtaunt geweſen, ſo wenig bewohnte Stellen zu finden. Sind die Waldungen im Privatbeſitz oder gehören ſie dem
Fürſten?“ „Letzteres,“ ſagte der Andere kurz. „Und Ihr ſeid im fürſtlichen Dienſt, Herr Förſter?“ „d.“
„Nun, Ihr wohnt da, wie es ſcheint, gar abgelegen,“ warf der Fremde nach einer neuen kleinen Pauſe wieder hin,„aber in der jetzigen Zeit hat das zuweilen ſein An⸗ genehmes. Man kann wenigſtens hoffen, nicht ſo oft von den Kriegsunruhen beläſtigt zu werden.— Habt Ihr hier auch zu leiden gehabt? Es ſieht wild in der Welt aus.“
Der Alte ſtreifte den Fremden mit einem neuen ſcharfen und finſtern Blick. Gleich darauf ſah er wieder gleichgültig
dem Rauch ſeiner Pfeife nach und verſetzte:„leiden? Meint
Ihr von dem Franzoſengeſindel?“


