10 Ich fahr' und weiß nicht wohin.
das billigerweiſe wieder gut machen. Ihr könnt heut Nacht bei mir bleiben und ſollt morgen einen Führer haben. Kommt, es iſt nicht weit.“
Ohne die Antwort des Fremden abzuwarten, ging er vorwärts, kreuzte die Allee und ſchritt jenſeits weiter. Der Reiter war ihm mit einem kurzen:„Gott lohn's! Ich muß wohl!“ gefolgt.—
Der Weg lief eine kleine Strecke längs der Mauer hin, welche den Platz begrenzte, und ſenkte ſich dann, in den Wald lenkend, raſch abwärts, ſo daß der Fremde ab⸗ ſtieg und das Pferd am Zügel führend neben dem Forſt⸗ mann herſchritt. Ringsum war es wieder ebenſo ſtill, wie vorhin, und das Mondlicht drang in dieſe Tiefen nicht hinein. Schweigend gingen die Männer hin, bis ſie nach einer kleinen halben Stunde Hundegebell hörten und bald darauf zu dem einſamen Jägerhaus gelangten. Der Alte ließ den Fremdling in das Zimmer treten, wo eine ältliche Frau ſpinnend bei der Lampe ſaß, und ging wieder hinaus, um für das Pferd zu ſorgen und den ſchuldigen Burſchen, wie er ſagte, nach dem Schlagbaum hinüberzuſchicken. Dann kehrte er zurück und ſetzte ſich zu ſeinem Gaſt an den Tiſch, wo die Frau inzwiſchen ſchon einen kleinen Imbiß aufge⸗ ſtellt hatte.
„Langt zu!“ ſagte der Alte, zündete ſich dann eine kurze Pfeife an und muſterte ſchweigend den mit den Speiſen


