Ich fahr' und weiß nicht wohin.
bringt. Und er hatte ſich nicht getäuſcht— wieder ſchlug ein leiſer, leiſer Klang an ſein Ohr, ſo leiſe, daß er ſich noch nicht zu ſagen vermochte, was es ſei; allein von einem Thier oder Vogel kam er nicht und war ebenſo wenig ein Waldlaut.— Und er trieb das Pferd wieder an und ſtrebte haſtig vorwärts— es ging auch beſſer, da der Weg hier ebener war— und je weiter er kam, deſto deutlicher hörte er die Töne, fort und fort, ſie ſanken und hoben ſich, ſie ſchloſſen ſich an einander— es ſang, jetzt nicht fern mehr, eine volle, reine, klingende Frauenſtimme ein Lied, und die Melodie deſſelben klang auch ohne die Worte, die er noch nicht verſtand, im Herzen des Reiſenden mit ſolcher Schwer⸗ muth und ſolcher Sehnſucht wieder, daß er ſich ſeltſam be⸗ wegt und durchſchauert fühlte.
Und jetzt war die Straße plötzlich zu Ende. Nach einer kurzen Wendung ſtieß ſie auf eine dreifache Allee von alten Linden, welche ſich rechts eine leichte Höhe hinaufzog. Die Zweige droben waren ſo dicht gewölbt, daß der Weg zwiſchen den Stämmen im tieſſten Schatten lag. Allein er war eben und wohl unterhalten, und in der Entfernung von ein paar hundert Schritten ſah man hinter der Oeff⸗ nung des Baumganges einen freien, vom Mondlicht hell überfluteten Platz und weiterhin dunkle Maſſen, die zu einem größeren Gebäude zu gehören ſchienen.
Zuerſt, auf der Biegung des Weges und wie der
Reiter in die Allee lenkte, war der Geſang wieder leiſer
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