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Ich fahr' und weiß nicht wohin.
ſtolperte und auf welche es immer zögernder die ſchmerzen⸗ den Hufe niederſetzte. Und es wurde nicht beſſer. Denn als der Mond jetzt höher und höher kam und das rings ausgebreitete Dunkel lichtete, konnte der Reiter bemerken, daß die Straße in gleicher Weiſe noch weit hinaus zwiſchen den Laubwänden fortzog.
Eine Straße war's und keine zufällige Lichtung, das ſah er nun wohl, und wär' es auch nur an den halb zu⸗ ſammengeſtürzten Gräben geweſen, welche zu beiden Seiten den Wald begrenzten; aber ſie ſchien ſeit Menſchengedenken nicht mehr benützt, ſondern längſt ſchon aufgegeben und vergeſſen zu ſein.
Er zog die Zügel an und ſah ſich nachdenklich und prüfend nach allen Seiten um.„Iſt das der Weg, oder bin ich verirrt?“ murmelte er dabei vor ſich hin und ſpähte und lauſchte wieder, wie er in der letzten Stunde ſchon häufig gethan. Denn ſeit dem Mittage bereits ritt er in den weiten Heiden und Wäldern, welche, wie er wußte, der Krone gehörten und ſeine ihm genau beſchriebene Straße bargen; allein der Wege waren früher manche abgegangen, wo die Beſchreibung nicht mehr ausreichte, und ſeit die Sonne hinter die Wipfel geſunken, zog er nun ſchon auf dem jetzigen Pfade langſam ſteigend dahin. Seitdem hatte
er keine ſich abzweigenden Pfade mehr bemerkt; die kleine
Schenke, in der er Mittags das Pferd gefüttert, war die letzte menſchliche Wohnung geweſen, die er geſehen, und


