1. Ich fahr' und weiß nicht wohin.
Es war aber eine ſonderbare Straße, wenn es über⸗ haupt eine ſolche ſein ſollte, und der Reiter, welcher ſein Auge mit raſchem Blick zuweilen rechts und links auf die dicht hinziehenden Waldmaſſen richtete oder ungeduldig und ſcharf in die dunkle, vor ihm geöffnete Lichtung ſchweifen ließ, ſchaute noch viel häufiger und mit halb ärgerlichem, halb verwundertem Kopfſchütteln auf den rauhen, ſteinigen, mooſigen und zu Zeiten auch übergrasten Pfad, den ſein müdes Pferd vorſichtig hinanſchritt. Jetzt ſtieg er ab und führte das Thier langſam über eine böſe Stelle, wo, wie er wohl bemerkte, vor nicht langer Zeit das Waſſer über die Straße herabgeſchoſſen ſein mußte und ſie arg zerriſſen hatte; jetzt ſaß er wieder auf und ritt verdrießlich weiter über einen ſchier ebenen Fleck, wo ſich Moos und Gras und Kraut und hie und da einige kleine Sträucher feſtge⸗ ſetzt hatten. Aber dazwiſchen lagen ſcharfkantige Stein⸗
ſplitter, über welche das müde Thier mehr als einmal Hoefer, Lorelei. 1


