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zu behaupten verſtand. Charlotte aber und, wenn von
ihr einmal die Rede war, auch Henriette hatten die⸗ ſen Platz verloren.
Charlotte aber— von Henrietten reden auch wir nicht, ſie iſt mehr als je eins mit der Freundin!— verlangt auch nicht nach der Welt, die ſie ausſtieß. Sie hat längſt aufs tiefſte begriffen und in ſich aufge⸗ nommen, was Henriette, was der alte Pfarrer ihr ſagte: in der Welt verloren, daheim und in Dir ſelber gerettet!— Sie hat ſich längſt nicht nur aus jener finſtern und müden Träumerei, ſondern auch aus der erſchreckenden Kälte und Nüchternheit, aus der Theil⸗ nahmloſigkeit, aus der ſtumpfen oder harten Reſigna⸗ tion au jede Zukunft zu der frühern Harmonie und Klarheit, zu der anmuthvollen, ſchlichten Würde auf⸗ gerafft. Sie iſt nicht mehr die Roſe von Othmaringen, aber ſie wurde für die Ihren, für ihre ganze Umge⸗ bung mehr als je zum Kleinod, zum Mittelpunkt des ganzen Lebens. Und ſie ſieht auch den Kreis des eignen Lebens und Wirkens, zumal ſeit Baron Othmar ſie ſeg⸗ nend die Augen ſchloß und ſie den großen, ihr geſicher⸗ ten Beſitz übernahm, ſo weit, ſo reich und ſchön, daß ſie weniger als je über denſelben hinausblickt.
Sie hat aber auch in ſich ſelber das Gleichgewicht wiedergefunden und jene tiefſte Noth und jene ſchwere


