Teil eines Werkes 
4. Bd. (1869)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

247

von Dagobert wußte man weder, wo, noch ob ſie über⸗ haupt noch lebten.

Für Charlotte und wer zu ihr gehörte, und für das Urtheil über ſie iſt dieſe erbarmensloſe Strenge nicht zur freundlichen Nachſicht geſtimmt worden, und es iſt ſehr fraglich, ob und wie man ſie wieder aufneh⸗ men würde, falls ſie von neuem in der Welt erſchei⸗ nen möchte. Die Verehrung, welche die Gräfin Cy⸗ lingshauſen vordem genoß, und die Huldigungen, die ihr gewidmet wurden, ſind ſeit jener Kataſtrophe zu** vergeſſen und verſchwunden, wie ſie ſelber es ſeitdem blieb. Das Verbrechen, welches die arme Frau mit Allem brechen ließ, was man in der Welt als Regel und Geſetz angenommen und aufgeſtellt hat, und ſie in die Flucht trieb, das Motiv, welches gerade dieſe Flucht veranlaßte, das Gefühl und der Sinn, welche ſie ſelbſt ſich verloren heißen und fern von den Ihren weilen ließen, das Alles ward dem größten Theil der Geſell⸗ ſchaft kaum recht bekannt und niemals verſtändlich. Man ſah darin immer zuerſt und faſt allein den furcht⸗ baren Eclat der Flucht mit einem fremden Manne und 3 das Umherziehen in der Fremde, das freilich ſtets in ein myſteriöſes, darum aber nicht günſtigeres Dunkel gehüllt blieb; es fand ſich dort eben ein nur um ſo breiterer Platz für die Gerüchte, die wie Pilze aufſchoſ⸗