Teil eines Werkes 
4. Bd. (1869)
Entstehung
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ſelbſt noch verzeihen oder doch vertuſchen und die Ver⸗ brecher um ihres Standes und deſſen ſogenannter Ehre willen retten mögen, daß ſie durch ſich ſelbſt und durch ihre Verbrechen die tiefe Fäulniß verrathen, welche gerade in der ſogenannten guten und vornehmen Ge⸗ ſellſchaft furchtbarer wuchert als irgendwo ſonſt, das machte, zumal nachdem der Proceß wirklich begonnen und immer ſchlimmere Züge ans Licht traten, jede Hülfe und jede Theilnahme unmöglich, ſei es auch nur, weil ſolche Hülfe und Theilnahme die ganze Decke vom Abgrunde geriſſen haben würde, von welcher die Unwürdigen und Wahnſinnigen jetzt Gott Lob nur ein Eckchen zu lüften gewagt hatten.

Die Geſellſchaft ſtrich alle dieſe Menſchen nicht nur aus den Herzen, ſondern auch aus den Köpfen, ſie wußte nicht mehr, ob ſie überhaupt exiſtirt hatten oder noch exiſtirten, und als nach einigen Jahren davon go⸗ redet wurde, daß die Stiftsdame Aurelie von Othma⸗ ringen zu einer mildern Haft begnadigt worden und daß Graf Felix bei einem Fluchtverſuch durch einen Sturz ſchwer verletzt und nach wenigen Tagen geſtor⸗ ben ſei, ging das in dieſen Kreiſen ſpurlos vorüber, ja man erfuhr vielleicht gar nicht einmal davon. Auch von den Uebrigen, den alten Excellenzen, von Hildegard,