Teil eines Werkes 
4. Bd. (1869)
Entstehung
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des Alters, welches jedes perſönliche Handeln ihnen unmöglich machte. Sie wußten nun obendrein, wie einſam das arme

Kind in der Fremde ſtand, ohne Halt und Stitze, ohne Freund, ohne Glauben und Vertrauen. Denn 3 daß auch Henriette nicht dort, dafür bedurften ſie nicht 4 einmal der beſtätigenden Ausſage Chriſtoph's. Von ihr hätte eine Kunde eintrefſen müſſen die Zofe hing von ihrer Herrin und deren entſchiedenem Willen ab. Und auf die bedenklichen Andeutungen Bilings⸗ felden's legte der Pfarrer, der dieſelben ſelbſtverſtänd⸗ lich für ſich behalten hatte, keinen Werth. Was dort auch vorgefallen ſein mochte, ja auch wenn das ernſte und ſtrenge Mädchen ſich ſelbſt verloren hätte, was Florian für unmöglich hielt, der Bund mit Char⸗ lotten, die Liebe und Treue für dieſe mußte über alles Andere triumphiren und das Mädchen augenblicklich . wieder an die Freundin und ihr Geſchick feſſeln, ſo⸗ bald das Unglück hereinbrach.

Baron Othmar hatte gut ſagen, wie erbarmungs⸗ los ſeine Strafe gegen den Verderber ſeines Kindes 4 ſein werde, jetzt, wo ſie eintreten ſollte, blieb das V Wort eben nur eine ohnmächtige Drohung. Was

konnte er, gerade er denn dem Grafen thun, als dem⸗ ſelben ſeine tiefſte Verachtung ausſprechen, als derſelbe