Teil eines Werkes 
4. Bd. (1869)
Entstehung
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ihm in dieſer Zeit endlich wirklich einen ſeiner heuchle⸗ riſch würdigen und zärtlichen Briefe zu ſchreiben wagte? Wie die Sachen ſtanden, konnte er ja nicht einmal in der Welt, in der Geſellſchaft als ſein Ankläger auf⸗ treten, geſchweige denn als wirklicher Angreifer und Verfolger! Und wie hier, ſo ging es allerwärts. Daß man vom Fürſten, von der Regierung keine Unterſtützung zu erwarten hatte, war bei des Barons Stellung und der in den höchſten Regionen herrſchenden Stimmung ſelbſtverſtändlich und nicht minder begreiflich, daß man von Othmaringen aus nicht die Mittel in Anſpruch nehmen konnte, die den Behörden zur Auffindung eines Verſchollenen zu Gebote ſtehen. Von den Verwandten in der Reſidenz, die durch Dagobert und auch ſonſt zunächſt bei dem unſeligen Fall betheiligt waren, konnte am wenigſten die Rede ſein. Da eine Verbindung mit Dagobert ausgeſchloſſen war, lag es, wenn in irgend Je⸗ mandes, gerade in ihrem Intereſſe, daß Vater und Toch⸗ ter auseinander gehalten würden, daß in der letztern diejenige verſchwand, die allein noch zwiſchen ihnen und der großen Familienerbſchaft ſtand, der alten bittern Feindſchaft gar nicht einmal zu gedenken, von der Baron Othmar gerade bei dieſer Gelegenheit mit Sicherheit Proben zu erhalten erwartete.