Teil eines Werkes 
4. Bd. (1869)
Entstehung
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mehr ſo häufig der alten dumpfen, beängſtigenden Träu⸗ merei verfallen, mit wehmüthiger Freundlichkeit die Liebe und Treue ihrer Umgebung erkannte und zu lohnen ſuchte.

Das zeigte ſich auch in ihrem Verkehr mit Bilings⸗ felden, den ſie, da ſie zum erſten Mal das Lager ver⸗ laſſen hatte, ausdrücklich zu ſehen verlangte und ſeit⸗ dem, wo es die Gelegenheit mit ſich brachte oder ſich Veranlaſſung dazu ergab, mit einer gewiſſen ruhigen Unbefangenheit in ihrer Nähe duldete. Der ernſte Ton ſeiner Unterhaltung ſagte ihr offenbar zu, und es war ſeltam, daß ſie, wo es ſich nicht vermeiden ließ, über ihre Verhältniſſe, ihre Stellung, ihren Zu⸗ ſtand zu reden, außer dem alten Arzt dies am liebſten mit ihm beſprach. Sein Weſen, ſeine ganze Weiſe recht⸗ fertigte freilich dies wir wollen, obgleich es im Grunde wohl noch mehr war, kurz ſagen: Vertrauen. Wer ihn vor⸗ dem, in ſeiner guten Zeit gekannt und dann die traurige Veränderung beobachtet hatte, die ſeitdem mit ihm vor⸗ gegangen war, durfte nunmehr wohl mit freudigem Erſtaunen den neuen Wechſel wahrnehmen: das war der Bilingsfelden ſeiner beſten Zeit, voll Würde und Ehre, ein adliger Menſch, der Mann, zu dem das traurigſte Herz Vertrauen faſſen und an dem das ver⸗ trauensloſeſte und angſtvollſte ſich halten und wieder