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hältniſſen, die, ſagen Sie, was Sie wollen, für das ſtill und einfach erzogene Landkind ſchon an und für ſich gefährlich ſein mußten. Man darf wahrhaftig Nachſicht mit ihr haben, aber auch mit dem Grafen. Wie er nun einmal iſt, paßte ſie nicht für ihn, noch zu ihm. Es iſt ſchade um ihn! Zu ihm gehört eine andere, nicht ſanfte, ſondern kecke, nicht nachgiebige, ſondern ſtolze und zugleich heitere Natur, die ſo zu ſagen ebenſo gut wie er für ſich ſelbſt ſorgt. Ja, ich gönnte ihm noch jetzt eine ſolche. Wir haben ja alle das Recht, nach unſerer Weiſe und nach unſern An⸗ lagen glücklich zu werden. Und dem guten, luſtigen Felix gelang das leider bisher nicht.“ Die zweite, freilich nicht weniger ſeltſame, ja noch räthſelhaftere Aeußerung vernahm man von dem Kabi⸗ netsrath Herrn von Diringshofen, der abends in der Soirée gegen mehrere, das Ereigniß gleichfalls beredende und ſich in allerhand Zweifeln und Spötteleien er⸗ gehende Bekannte plötzlich mit den ſehr ernſt, beinahe finſter betonten Worten hervortrat:„Brechen Sie den Stab noch nicht, meine Herren! Die Schuld iſt jeden⸗ falls nicht allein auf der Seite der unglücklichen Frau zu ſuchen, wie Ihnen meiner Ueberzeugung nach ſchon dadurch bewieſen wird, daß ſie gerade Herrn von Oth⸗ maringen zu ihrem Begleiter wählte. Ich will damit


