Teil eines Werkes 
4. Bd. (1869)
Entstehung
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heraus. Der Fürſt zeigte ſich ſeit ſeinem Regierungs⸗ antritt auch in dieſem Punkte verändert, ſei es, weil er älter und ruhiger geworden, oder nur im Ge⸗ fühl ſeiner neuen Stellung und der ihm durch dieſelbe auferlegten Rückſichten. Man beobachtete keine einzige

beſondere Bevorzugung einer Dame, man wußte von

nicht einer neuen Verbindung. Neberhaupt gab es nur noch eine ſolche, ſeit lange ſchon bekannt und gewiſſer⸗ maßen ſanctionirt, die einzige von allen, welcher der Herr jemals wenigſtens mit einer Art von Treue ſtets zu eigen blieb. Das war die frühere Hofdame ſeiner Schweſter Conſtanze, Eleonore von Beringen, welche ſeitdem, wie dergleichen arrangirt zu werden pflegt, mit einem Herrn von Brodowski zum Schein verhei⸗ rathet und längſt wieder von demſelben getrennt, zum Prinzen ſtets in einer Art von anerkanntem, vom alten Hofe ignorirtem oder ſchweigend geduldetem Verhältniß geſtanden hatte. Man hatte auch, da die Dinge einmal ſo ſtanden, am Ende und mit Recht wenig dagegen einwenden können. Die Dame war und blieb die Be⸗ ſcheidenheit und Anſpruchsloſigkeit ſelbſt, fügte ſich in ihre durch nichts weniger als Treue und Rückſicht des fürſtlichen Freundes erleichterte Stellung mit anerken⸗ nungswerther Geduld und vielem Takt und lebte in größter Zurückgezogenheit. Wenn von einem Einfluß

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