Teil eines Werkes 
4. Bd. (1869)
Entstehung
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ihrerſeits auf den Fürſten überhaupt die Rede ſein durfte, ſo konnte er nur als ein ſehr günſtiger, mil⸗ dernder und beſchwichtigender bezeichnet werden. Nach dieſem Allem iſt es erklärlich, daß man mit der Fort⸗ ſetzung dieſer obendrein einzigen Verbindung allgemein zufrieden war. In der Stellung der Dame veränderte ſich nichts. Sie lebte genau ſo zurückgezogen wie bis⸗ her und erſchien niemals in den Hofkreiſen.

Das waren einige der Zuſtände, die ſich nun all⸗ mälig gewiſſermaßen conſolidirt hatten und für die Hofgeſellſchaft und was mit derſelben zuſammenhing, zu. gewohnten geworden waren. Denn man war inzwiſchen vom Frühling bis in den Hochſommer gelangt, ja be⸗ reits faſt über denſelben hinaus, und da der Fürſt ſchon ſeit dem Mai auf dem Luſtſchloß wohnte und das geſchilderte Leben führte, ſo hatte man allerdings eine hübſche Reihe von Tagen hinter ſich und durfte mit einer Art von Sicherheit und Ruhe den kommenden Zeiten entgegenſehen. Man fing daher auch nach und nach an, ſich daheim ein wenig unruhig zu fühlen und ſich allgemach in die Ferne, nach irgend einer Ver⸗ änderung zu ſehnen, ohne deshalb die auf dem Luſt⸗ ſchloß gebotenen Unterhaltungen und Zerſtreuungen zu unterſchätzen oder die Gnade und Gunſt des Herrn geringer anzuſchlagen. Meinte man doch das Alles

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