8
Dame der Geſellſchaft, ja hier und da auch wohl zu einer Frau anderer Kreiſe geſtanden. Von einem ſtrengen Geheimniß war in derartigen Fällen ebenſo wenig die Rede geweſen wie von irgend einer großen oder gar getreuen Neigung. Der Herr liebte den Wechſel und die Freiheit, ganz ſeinen Wünſchen zu folgen, ſo ſehr, daß man wohl nicht mit Unrecht auch ſeine entſchiedene Abneigung gegen eine ſtandesgemäße Ehe, ja gegen dieſe überhaupt aus dieſer ſeiner Natur abzuleiten geneigt war. Man wurde daher beinahe freudig über⸗ raſcht, als man ſchon in der letzten Zeit vor ſeiner Thronbeſteigung und auch noch nach derſelben von Un⸗ terhandlungen flüſtern hörte, welche mit einem benach⸗ barten Hof angeknüpft ſein ſollten— abgeſehen von allem Andern war der Herr der letzte ſucceſſionsfähige Sproß ſeines Stammes— und man fühlte ſich hier bitterer als in allen übrigen Fällen enttäuſcht, als ſchon in kurzem nicht nur Alles wieder ſtill, ſondern obendrein auch noch eine Aeußerung des Fürſten bekannt wurde, welche ſeine Aneigung gegen jedes feſte Band noch ent⸗ ſchiedener hervorhob als jemals bisher. Man war alſo auch nicht wenig geſpannt, wohin man ihn zunächſt ſich wenden ſehen würde, und ſchaute den zu erwartenden Zuſtänden mit ſehr verſchiedenen Gefühlen entgegen. Allein man kam eben nicht aus den Enttäuſchungen


