4 gegen die Fortſetzung oder Erneuerung des frühern ſchrankenloſen und ausgelaſſenen Treibens.
Herr von Othmaringen, der alte neue Staats⸗ miniſter, ſtand bei dem Fürſten freilich im beſten An⸗ ſehen, doch nur als feſter und erfahrener Leiter der Staatsgeſchäfte, im Uebrigen und in Allem, was nicht mit derartigen Geſchäften zuſammenhing, dem Herrn nichts weniger als nahe. Das zeigte ſich noch deutlicher in Anſehung der Familie des Miniſters, von der augen⸗ blicklich allerdings nur die Gemahlin und Schweſter anweſend waren. Der Fürſt, noch immer unvermählt und dennoch, anſcheinend allerdings in bei weitem beſ⸗ ſern Sinn als vordem, ein großer Damenfreund, hatte auch in jenem Luſtſchloß der ältern fürſtlichen Ver⸗ wandten die Vertretung der noch fehlenden Fürſtin übertragen, welche ſeit dem Tode ſeiner Tante auch in der Stadtreſidenz dieſe Stellung einnahm. Er liebte, wie ſchon bemerkt, in ſeinen Mußeſtunden eine lebhafte Geſelligkeit und ſah nicht nur wechſelnde, ſogenannte Tagesgäſte um ſich, ſondern ließ Andere auch zu länge⸗ rem Aufenthalt einladen, Einzelne ſo gut wie Familien, eine Gunſt, die um ſo mehr geſchätzt und um ſo dank⸗ barer angenommen wurde, als die fürſtlichen Wirthe ihren Gäſten ſolchen Aufenthalt nach Kräften angenehm zu machen ſuchten. Zu dieſen Bevorzugten gehörten die


