Teil eines Werkes 
4. Bd. (1869)
Entstehung
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war aber auch Alles erſchöpft, was er ſich an Muße geſtattete, denn am nächſten Morgen begannen ſchon hier draußen die Geſchäfte wieder, und ſelbſt die Miß⸗ trauiſchen mußten täglich mehr von ihren anfänglichen Sorgen und Befürchtungen zurückkommen.

Das fand denn auch überall ſtatt. Der Fürſt be⸗ nahm ſich gegen ſeinen körperlich und geiſtig gebrochenen Vorgänger mit der zarteſten Rückſicht und verlangte aufs ſtrengſte das Gleiche von allen, welche die Um⸗ gebung bildeten oder ſo oder ſo mit ihm in Berührung kamen, nur allzu geneigt, die alte, bedeutungslos gewor⸗ dene Größe mit Gleichgültigkeit oder gar Mißachtung zu überſehen. Er ließ unter den Angeſtellten nur die allernothwendigſten und, wenn man billig ſein wollte, völlig gerechtfertigten oder natürlichen Veränderungen eintreten und berief zu den einflußreichſten Stellungen Leute, welchen auch die Mißtrauiſchen nicht nur die Befähigung, ſondern auch gewiſſermaßen die Berechti⸗ gung zu ſolchem Vorzug zugeſtehen mußten. Major Bennet, der Vorſtand des militäriſchen Kabinets, war ein allgemein in voller Achtung ſtehender Mann, und der frühere Staatsanwalt von Diringshofen, jetzt zum Kabinetsrath ernannt und gleich dem erſtern im voll⸗ ſten Vertrauen des Fürſten, bot ebenſo wie jener ſchon

durch ſeine Perſönlichkeit allein genügende Garantie 1*