Teil eines Werkes 
4. Bd. (1869)
Entstehung
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Verhältniſſe mit ſich, und ſelbſt wer nicht durch dieſe ausdrücklich betroffen und gebunden wurde, mochte nicht an eine längere Abweſenheit denken. Es gab gar zu viel Neues zu beobachten, zu befürchten, zu bereden oder zu beſpötteln, das man unmöglich in der Ferne durch die Zeitungen erfahren oder gar erſt nach ſeiner Rück⸗ kehr ſich zutragen laſſen konnte. Fürſt Hermann hatte Land und Stadt ſeit ſeinem Regierungsantritt an ſo viele und ſeltſame Ueberraſchungen gewöhnt, daß man keinen Augenblick ſicher vor neuen war, und er, der luſtige und formloſe Herr, nahm die Regierung ſo ſtraff und feſt für ſich und alle in die Hand, daß von überflüſſiger Muße für keinen Menſchen mehr die Rede war.

Der Fürſt ſelbſt hatte die Stadt verlaſſen und das nahe gelegene Luſtſchloß Schwaneck zum Sommerauf⸗ enthalt gewählt, das heißt, um ſeine ſehr beſchränkten Ruheſtunden dort in Frieden und mit Behagen zu ge⸗ nießen. Des Morgens kam er in die Stadt, um die Vor⸗ träge entgegenzunehmen und die laufenden Geſchäfte auf das gewiſſenhafteſte zu beſorgen; zur Tafel fuhr er wieder hinaus und bewegte ſich für den Reſt des Tages munter zwiſchen ſeinen mehr oder minder zahl⸗ reichen Gäſten, zwanglos ſich betheiligend an den ihnen bereiteten Zerſtreuungen und Vergnügungen. Damit