21
freilich eine vom Hauptbeſitz ausgeſchloſſene Linie wohl niemals beſonders freundlich mit der geraden Erblinie ſtehen mag. Davon iſt aber in dieſem Falle keine Rede. Im Gegentheil meine ich gehört zu haben, daß unſere Aeltern ganz freundſchaftlich ſtanden, bis eben die Trennung eintrat.“
„Alſo erſt von Ihren und meinen Aeltern her?“ wiederholte ſie nachdenklich.„Und der Grund, Couſin?“
„Nennen kann ich Ihnen denſelben freilich, das heißt, den angeblichen und vermuthlichen, denn beſtimmt und offen wurde unter uns niemals davon geſprochen. Ich ſtehe daher auch nicht für denſelben ein, ja ich thue dies um ſo weniger, als mir ſelbſt keineswegs Alles recht klar in der Sache iſt; und wäre es auch nur“, fügte er befangen hinzu,„daß die Trennung gerade von Ihrem Herrn Vater viel entſchiedener ver⸗ langt und aufrecht erhalten wird, als ich dies jemals von den Meinen betonen hörte.“
„Und alſo der Grund, die Veranlaſſung, Couſin?“
„Da Sie es einmal wollen, Couſine— aber ich verwahre mich in jeder Beziehung! Man ſagt, daß Ihr Herr Vater vordem, nach dem Tode ſeiner erſten Gemahlin, meiner Tante Aurelie viel Aufmerſamkeiten erwieſen, ja ſie endlich um ihre Hand gebeten, nach ſeiner Abreiſe aber alsbald ſich in— in— ich refe⸗


